MutterKindGruppeBTNJeden Donnerstag verwandelt sich der helle Raum im Bürgerhaus Trier-Nord zu einem interkulturellen Treffpunkt. Bei dem von der Partnerschaft für Demokratie geförderten Projekt „Flinke Nadel“ können sich Frauen und Mädchen mit und ohne Migrationshintergrund zum Stricken, Häkeln und Nähen treffen.

Die Mitinitiatorin des Projekts und ehemalige Berufsschullehrerin Hiltrud Weyand erzählt, dass ihr die Idee aufkam, als ihr eine Frau aus Syrien einen selbstgestrickten Pullover schenken wollte. Nun wird die gemeinsame Begeisterung für Handarbeiten genutzt, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Besonders über die Themen Ernährung und Erziehung komme man dabei schnell ins Gespräch, berichtet Hiltrud Weyand. Bernd Weihmann, zuständig für die Gemeinwesenarbeit im Bürgerhaus Trier-Nord, betont, dass besonders dieser Kontakt zwischen Flüchtlingen und Bürgerinnen der Stadt im Vordergrund stehe. Außerdem sei durch die finanziellen Mittel des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ sichergestellt, dass die „Flinke Nadel“ regelmäßig stattfinden könne. Wie viele Frauen an den Treffen teilnähmen, sei dabei höchst unterschiedlich, erläutert Weihmann. Zum festen Kern zähle er aber rund 15 Personen, von denen knapp die Hälfte über einen Migrationshintergrund verfüge.

 

Mehr als Handarbeit

Schaut man sich an diesem Nachmittag in dem großen Raum um, wird aber schnell deutlich, dass die gemeinsame Freude an der Handarbeit bei der „Flinken Nadel“ nur einer von vielen Aspekten ist. Bei Kaffee, Muffins und syrischem Pistazienkuchen wird viel geredet und gelacht. Am anderen Ende des Raumes bringt Hiltrud Weyands Ehemann einigen Kindern Bruchrechnen und das Einmaleins bei. Einer Mutter erklärt er, dass er sich erkundigt habe und ihre beiden Kinder im neuen Schuljahr dieselbe Klasse besuchen werden. Die Frau ist sichtlich erfreut. Nicht weit davon entfernt spielt eine andere Frau eine Runde Mensch ärgere Dich nicht mit einem kleinen Jungen.

Und auch wenn es dabei gar nicht so wirkt, fiebern sie hier alle auf einen Termin ganz besonders hin: Am 29. Oktober feiert das Café Welcome nämlich sein 18-monatiges Jubiläum. Auf einem Basar sollen die bis dahin hergestellten Textilerzeugnisse dann auch verkauft werden.

Das Projekt „Flinke Nadel“ wird durch die Partnerschaft für Demokratie gefördert. Die Partnerschaft für Demokratie ist Teil des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

 

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