Ziele der Partnerschaft für Demokratie in der Stadt Trier

Die Partnerschaft für Demokratie Trier tritt für ein vielfältiges und demokratisches Zusammenleben ein. Der Ausgrenzung von einzelnen Gruppen (gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit) soll entgegengewirkt werden und demokratisches Verhalten soll gestärkt werden.

I. Demokratieförderung und Stärkung des Engagements von Bürgerinnen und Bürgern

Die demokratische Teilhabe ist ein Grundrecht aller Menschen. Daher gilt es, die Teilnahme und Partizipation aller Menschen in der Gesellschaft zu ermöglichen und zu stärken. Demokratisches Engagement beginnt schon im Kleinen: zum Beispiel in dem Engagement für eine bessere und lebenswerte Stadt. Leider fehlt vielen Menschen ein Bewusstsein dafür, dass sie aktiv mitentscheiden und gestalten können.

LZ1. BürgerInnen sollen zu demokratischem und ehrenamtlichem Engagement motiviert werden. Demokratisch und ehrenamtlich engagierte BürgerInnen sollen durch die Vermittlung von Wissen, Kompetenzen oder Empowerment unterstützt werden.

MZ 1. Es werden Projekte gefördert, die über die Funktionsweise der Demokratie und ihrer Institutionen aufklären und die Funktionsweise demokratischer Prozesse erläutern. Hierzu zählt insbesondere auch die niedrigschwellige Vermittlung von Grundlagenwissen und die Erläuterung der Funktionsweise der Demokratie im Alltag.

MZ 2. Ehrenamtliche, die in Vereinen oder Initiativen mitarbeiten, werden durch geeignete niedrigschwellige Angebote unterstützt.

HZ 1. Über Möglichkeiten der Mitgestaltung und des ehrenamtlichen Engagements wird informiert. Gremien und Räte in der Stadt Trier werden vorgestellt. Die Zusammenarbeit von Ehrenamtlichen in Vereinen wird durch Workshop-Angebote unterstützt.

II. Engagement gegen Ausgrenzung aufgrund von Armut und sozialer Herkunft

Einige Stadtteile der Stadt Trier gelten als sogenannte „Brennpunkte“, in denen überwiegend Menschen mit niedrigem sozio-ökonomischen Status leben. Die BewohnerInnen dieser Stadtteile erleben alltägliche Diskriminierung in der Schule oder bei der Arbeitssuche, beispielsweise aufgrund des Namens oder der Adresse. Ihre demokratische Teilhabe und ihr Empfinden für Selbstwirksamkeit werden massiv geschwächt.

LZ2. Es werden Projekte gefördert, die Armut und Ausgrenzung in Trier problematisieren und zugleich für die Stärkung der Betroffenen eintreten.

MZ 3. Projekte, die dem Negativimage von Stadtteilen entgegenwirken, werden gefördert. Die Selbstwirksamkeitserwartung von BewohnerInnen in sozial benachteiligten Statteilen soll auf allen Ebenen erhöht werden.

MZ 4. Die wirksame Arbeit gegen die Selbstabgrenzung von bestimmten Gruppen und der Kontakt und Austausch verschiedener Bevölkerungsgruppen wird gefördert.

HZ 2. Konkrete Handlungsmöglichkeiten sind eine Imagekampagne, Kurse und Workshops, Veranstaltungen zur Stärkung der Gemeinwesens, sowie kulturelle und soziale Events wie Feste oder Konzerte.

III. Arbeit gegen Rechts und andere Ideologien der Ungleichwertigkeit

Ideologien der Ungleichwertigkeit sind Vorstellungen, die Menschen aufgrund eines bestimmten Merkmals als ungleichwertig ansehen. Hierzu zählen rechtsextremistische Vorstellungen sowie radikale salafistische Vorstellungen und fundamental religiöse Strömungen. Sie rechtfertigen die Ausgrenzung, Diskriminierung und Gewalt gegenüber als ungleichwertig angesehenen Menschen und stehen im Gegensatz zu demokratischen und rechtsstaatlichen Prinzipien.

LZ3. Die Aufklärung vieler Menschen über Ideologien der Ungleichwertigkeit wird fortgesetzt und verstärkt und über eine ansprechende mediale Aufbereitung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

MZ5. Über Strategien der politischen und sozialen Einflussnahme von Akteuren im Bereich des Rechtsextremismus, der Neue Rechten, der Reichsbürger-Gruppierung, des radikalen Salafismus sowie fundamental religiöser Strömungen im Allgemeinen wird aufgeklärt.

MZ6. Über Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, sowie andere Erscheinungsformen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit wird aufgeklärt.

MZ7. Ziel ist stets, die Breite der Bevölkerung für Ideologien der Ungleichwertigkeit und ihre Erscheinungsformen zu sensibilisieren und zugleich Menschenrechtsbildung zu leisten.

HZ3. Über kontinuierlich in Trier und Umland agierende Akteure im Bereich des Rechtsextremismus, der Neuen Rechten, der Reichsbürger-Gruppierung, des radikalen Salafismus sowie fundamental religiöser Strömungen wird regelmäßig informiert, wie z.B. durch Vorträge, Workshops oder Kampagnen.

IV. Interreligiösen Dialog in die Gesellschaft tragen

LZ4. In Trier leben Menschen vielfältiger Religionszugehörigkeiten und Konfessionen. Die Förderung des interreligiösen Dialoges ist damit eine wichtige Grundvoraussetzung für ein gelingendes und demokratisches Zusammenleben. Interreligiöser Dialog findet dort statt, wo Menschen aus unterschiedlichen Religionsgemeinschaften miteinander in Kontakt treten, um Gemeinsamkeiten kennen zu lernen und Vorurteile abbauen zu können.

MZ8. Gefördert werden Projekte, die Religionsgemeinschaften die Möglichkeit geben, in Austausch miteinander und der Gesellschaft zu kommen. Ziel ist stets der Abbau von Vorurteilen.

HZ4. Es wird eine Bedarfsanalyse geleistet, um festzustellen, welche Angebote es bereits gibt und welche Maßnahmen notwendig sind, um den Kontakt und den Austausch verschiedener Religionsgemeinschaften untereinander zu gewährleisten.

HZ5. Neben der Organisation eines „Tags der offenen Tür“ oder von gemeinsamen Konzerten wird der Aufbau bzw. die Unterstützung bereits bestehender Arbeitskreise vorgesehen.

Weitere Infos

Flyer des Bundesprogramms

Flyer „Demokratie leben!”
Flyer „Demokratie leben!” (PDF)